Covid-19: Wichtige Informationen

Wichtige Information für interessierte Künstler*innen und Gastorganisationen:

Aufgrund der anhaltenden Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie sind Schutzaufenthalte in Deutschland und in sicheren Drittstaaten derzeit nur schwer plan- und umsetzbar. Aufgrund der Unwägbarkeiten hat in vielen Fällen die Beantragung einer Förderung für Schutzaufenthalte derzeit wenig Erfolgsaussichten. Bitte gehen Sie mit den Mitarbeitenden der MRI in den Austausch, bevor Sie eine Unterstützung durch die MRI beantragen!

Weitere Informationen zu unseren Förderkriterien und wie Sie uns verschlüsselt kontaktieren können, entnehmen Sie bitte weiterhin unserer Seite zum Antragsverfahren.

Schutzräume für gefährdete Kunst- und
Kulturschaffende

Vision

Unsere Vision ist eine offene Gesellschaft in einer friedlichen Welt – in der Künstlerinnen und Künstler ihre Berufe in allen Ländern frei ausüben und zivilgesellschaftliche Akteure sich ungehindert für Demokratie und Meinungsfreiheit engagieren.

Mission

Die Martin Roth-Initiative schützt Kunst- und Kulturschaffende, die sich in ihrem Heimatland für die Freiheit der Kunst, Demokratie und Menschenrechte engagieren, indem sie temporäre Schutzaufenthalte in Deutschland oder in Drittstaaten ermöglicht. Besondere Bedeutung haben dabei die kulturellen Szenen und die lokale Zivilgesellschaft in den aufnehmenden Ländern, die im Zeitraum der Förderung mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten zusammenarbeiten, sie begleiten und ihnen eine berufliche Weiterentwicklung ermöglichen. Die Martin Roth-Initiative zielt darauf ab, dass am Ende der Förderung eine sichere Rückkehr in die Heimat möglich ist oder das Fundament für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft des Aufnahmelands gelegt wird. Das gemeinsame Agieren der Martin Roth-Initiative und ihrer Partner im In- und Ausland ist Ausdruck des zivilgesellschaftlichen Engagements, Verantwortung zu übernehmen und Farbe zu bekennen.

»Es ist Zeit, Farbe zu bekennen.«
Martin Roth

Martin Roth

„Begriffe wie Freiheit, Toleranz und Solidarität sind mir heilig,“ bekannte der Museumsdirektor und Kulturwissenschaftler Martin Roth (1955–2017), langjähriges Mitglied des Goethe-Instituts und zum Ende seines Lebens Präsident vom ifa (Institut für Auslandsbeziehungen). „Dasitzen, sich auf seine schönen Themen und schönen Häuser zurückziehen und Ereignisse unkommentiert vorüberziehen lassen – das geht nicht mehr.“ Martin Roth war überzeugt, dass Kunst und Kultur unverzichtbare Grundlage einer Gesellschaft im demokratischen und friedlichen Zusammenleben sind. Um die Zivilgesellschaft zu stärken, hielt er das Gespräch gerade auch mit Kolleginnen und Kollegen in repressiven Regimen für nötig. Das Motto: „Es ist Zeit, Farbe zu bekennen“ war für Martin Roth ein Plädoyer zur Verteidigung der offenen Gesellschaft. 

»Wer die Freiheit der Kunst angreift, der will in Wahrheit die demokratische Freiheit einer Gesellschaft in Frage stellen.«
Öffentlicher Aufruf zur Schaffung eines Programms für verfolgte Künstlerinnen und Künstler

Über die Martin Roth-Initiative

Die Martin Roth-Initiative wurde vom ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) und dem Goethe-Institut als Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen, um auf den weltweiten Rückgang vorpolitischer Freiräume zu reagieren. In vielen Ländern schränken staatliche und nicht-staatliche Akteure zunehmend die Arbeit von und mit kritischen Kunst- und Kulturschaffenden sowie Akteuren der Zivilgesellschaft ein. Engagement für gesellschaftspolitische Fragen bedeutet in vielen Ländern eine persönliche Gefährdung der Betroffenen.

Vor diesem Hintergrund erklärten sich renommierte Institutionen und Persönlichkeiten aus der Kulturszene Deutschlands bereit, Verantwortung zu übernehmen und ihre verfolgten Kolleginnen und Kollegen im Ausland zu unterstützen. In einem öffentlichen Aufruf forderten sie von der Politik die Schaffung eines Programms, das gefährdeten Kulturschaffenden nicht nur Sicherheit bietet, sondern auch eine Weiterführung ihrer kritischen Arbeit in Theatern, Museen, Ausstellungshäusern und Festivals ermöglicht.

Im Geiste dieser Anliegen fördert und unterstützt die Martin Roth-Initiative in enger Zusammenarbeit mit einem Netzwerk aus nationalen sowie internationalen (Kultur-)Institutionen gefährdete Kunst- und Kulturschaffende. Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt durch ein unabhängiges Auswahlgremium, bestehend aus Mitgliedern der Kunst- und Kulturszene Deutschlands sowie aus Vertreterinnen und Vertretern internationaler zivilgesellschaftlicher Institutionen.

Gesonderte Projekt-ausschreibung: Virtuelle Residenzen

PROJEKTAUSSCHREIBUNG / CALL FOR APPLICATION

Virtuelle MRI-Residenzen mit Gastorganisationen aus Deutschland

(ANTRAGSFRIST IST ABGELAUFEN)

Die globale Corona-Pandemie schränkt derzeit vor allem auch die Arbeit von Kunst- und Kulturschaffenden massiv ein. Nur unter erschwerten Bedingungen können künstlerische Projekte geplant, umgesetzt und/oder fortgeführt werden. Davon betroffen sind auch Förderungen der Martin Roth-Initiative (MRI). Gefährdeten Kunst- und Kulturschaffenden temporäre Schutzaufenthalte in Deutschland und Drittstaaten zu ermöglichen, ist vor dem Hintergrund umfassender Reisebeschränkungen und anderer Herausforderungen nur sehr schwer plan- und umsetzbar. 

Trotz bzw. wegen dieses Umstands ist es ein wichtiges Anliegen der MRI, ihre Mission fortzuführen und künstlerische Diskursräume auch unter schwierigen soziopolitischen Bedingungen zu fördern. Gerade in solch schwierigen Zeiten gilt es, Kunst- und Kulturschaffende, die sich in ihren Heimatländern für die Freiheit der Kunst und für eine pluralistische Gesellschaft engagieren, zu unterstützen, um gestärkt und solidarisch aus der Krise wieder herauszukommen.

Mit dieser Ausschreibung rufen wir deshalb Kunst- und Kulturorganisationen in Deutschland auf, Projektanträge für virtuelle Residenzprojekte zu stellen. Anders als in physischen Residenzprogrammen findet ein Austausch und eine Kollaboration im virtuellen Raum statt. Die Gastorganisation und ihre Stipendiat*innen haben dabei die Gelegenheit, im Rahmen einer MRI-Förderung ein gemeinsames künstlerisches/kulturelles Projekt umzusetzen.

Weitere Erläuterungen zum Thema "virtuelle Residenzen" und alle wichtigen Informationen zur Ausschreibung finden Sie auf dieser Seite.

Wir freuen uns auf Ihre Anträge!

Antrags-verfahren

Informationen und Anleitungen zu unserem Antragsverfahren, aktuelle Fristen sowie relevante Kontaktadressen finden Sie hier: Antragsverfahren

Publikationen/ Events

Um das Wissen über Schutzprogramme, ihre Herausforderungen und bewährte Praktiken zu fördern und bestehende Programme zu verbessern, widmet sich ein Tätigkeitsfeld der Martin Roth-Initiative der begleitenden Forschung. Die Ergebnisse werden regelmäßig veröffentlicht und auf Veranstaltungen mit Expert*innen diskutiert, um den Austausch zwischen Forschenden sowie die Vernetzung der globalen Praxisgemeinschaft anzuregen.

Am 17. September 2020 lud die MRI zum digitalen Event "Defending Human Rights, Promoting Artistic Freedom: Research and Practice of Temporary International Relocation Initiatives" ein. Das Programm finden Sie hier.

Bisherige Veröffentlichungen sind:

Kontakt

Linienstraße 139/140
10115 Berlin, Deutschland
T +49 (0)30 284491-77
info [at] martin-roth-initiative [dot] de 
martin-roth-initiative.de